Harbourfront Literaturfestival & Diary Slam

Mit ein wenig Verspätung gibt es nun endlich ein kurzes Resumee zu zwei literarischen Veranstaltungen, die ich in letzter Zeit besucht habe.

Zunächst einmal bin ich im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals am 20.09. in den Genuß einer Lesung von Paul Ingendaay gekommen. Vor ungewöhnlicher Kulisse, der Ladeluke 5 der Cap San Diego, hat der sehr sympathische Autor seinen neuen Roman „Die romantischen Jahre“ vorgestellt. Auf dieses Buch bin ich schon vor einer Weile über eine Anzeige – ich glaube, es war im Börsenblatt des deutschen Buchhandels – aufmerksam geworden und war deshalb umso begeisterter als ich im Programm des Harbourfront Festivals auf diese Veranstaltung stieß. Der Roman „Die romantischen Jahre“ erzählt von Marko Theunissen, einem unverbesserlichen Romantiker, der jedoch in Ermangelung einer besseren Perspektive Versicherungsvertreter wird… Doch die Liebe findet Marko auch in jenem kleinen Dorf, in das es ihn aus Berufsgründen verschlagen hat. Allerdings findet sie ihn in Form einer Affäre mit der Frau eines Kunden, was ein hinterhältiger Kollege herausfindet und ihn mit diesem Wissen zu erpressen versucht.

All das wird sprachlich brilliant erzählt, sodass nach dieser großartigen Lesung „Die romantischen Jahre“ bzw. der Vorgänger „Warum du mich verlassen hast“ definitiv Kandidaten für meinen SuB sind!

Das nächste literarische Highlight (allerdings ganz anderer Art) war der Diary Slam letzten Donnerstag im Café Aalhaus. Für diejenigen, die sich jetzt fragen, was um alles in der Welt denn bitte ein Diary Slam ist – das Prinzip ist ähnlich wie beim Poetry Slam, nur das hier echte Menschen aus echten (nämlich ihren eigenen) Tagebüchern vorlesen.  Da kann vom ganz unspektakulären Teenie-Alltag über jugendliche Schwärmereien und Liebesschwüre bis hin zu Selbstmordgedanken alles dabei sein.  Frei nach dem Motto der Veranstalter: „Das Tagebuch muss raus aus der Schublade – rein ins Rampenlicht! Denn es hat alles, was ein guter Text braucht: Helden und Antihelden, wüste Plots und steile Pointen, Bösewichte, Sündenböcke und jede Menge Identifikationspotential.“

Ein gewisses Maß an Voyeurismus und Fremdschämen gehört vielleicht dazu aber vor allem ist es einfach unglaublich unterhaltsam für einen Abend an der Jugend wildfremder Menschen teilzuhaben. Der kindlich-jugendliche Sprachduktus ist oft genug unfreiwillig komisch, manchmal skurril aber vor allem authentisch, sodass man sich darin und auch in den Inhalten nur allzu leicht wiederfindet oder zumindest auf amüsante Weise an die eigene Jugend erinnert wird.

Wer also die Möglichkeit hat, unbedingt mal vorbeischauen und die ganze Mutigen können ja ihr Tagebuch gleich mitbringen🙂

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Eine Antwort zu “Harbourfront Literaturfestival & Diary Slam

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