~ Seven Souls – Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen ~

Auf dieses Buch bin ich über eine Reihe anderer Titel mit ähnlichem Grundprinzip, das ich ganz spannend finde, aufmerksam geworden: wenn der Tod des Protagonisten oder der Protagonistin erst der Anfang ist… Ursprünglich hatte mich vor allem „Before I Fall“ von Lauren Oliver interessiert, dann bin ich irgendwie bei diesem Titel gelandet – leider habe ich inzwischen das Gefühl, dass „Before I Fall“ die bessere Wahl gewesen wäre…

„Seven Souls“ erzählt die Geschichte von Mary Shayne, einem Highschool It Girl, das glaubt beliebt zu sein. Zwar ist ihre familiäre Situation schwierig, doch in der Schule wird sie von allen Seiten umschwärmt, hat gute Freundinnen und einen attraktiven Freund. Um so irritierter ist sie, als der Tag ihres 17. Geburtstages so ganz anders verläuft, als sie sich das vorgestellt hatte… Sie wacht nackt und verkatert in einem Ausstellungsbett in einem großen Kaufhaus auf, direkt vor dem Schaufenster, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung, wie sie dorthin gekommen ist. Ein übler Scherz? Während sie sich von diesem Schrecken noch erholt, muss sie bald feststellen, dass scheinbar alle ihre Freunde ihren Geburtstag vergessen haben. Doch das ist noch nicht alles, mysteriöse Vorkommnisse häufen sich und der Tag gerät mehr und mehr zu einem Albtraum, der schließlich ein blutiges Ende nimmt. Denn am Ende des Tages ist Mary tot – doch, wie angedeutet, fängt dieser Jugendthriller damit erst richtig an…

Der Roman startet aber zunächst in medias res, mit Marys Erwachen im Kaufhaus. Diese Ausgangssituation ist anfangs etwas verwirrend, ist man doch als Leser genau so ahnungslos wie Mary, was eigentlich mit ihr passiert ist. Andererseits ist es aber auch durchaus spannend, dass man Stück für Stück mit Mary entdeckt und rekonstruieren kann, was genau an jenem verhängnisvollen Tag geschehen ist. Dabei ist es den Autoren meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die latent unheimliche Stimmung und das vage Gefühl, dass etwas nicht stimmt, für den Leser regelrecht greifbar zu machen. Allerdings zieht sich dieser erste Teil, der schließlich mit Marys Tod endet, trotzdem recht lange hin (wobei Ausdauer beim Lesen aber immerhin dadurch belohnt wird, dass viele Details aus diesem Teil später noch von Bedeutung sind).

Durch den „Fluch der sieben Seelen“ erhält die Story dann schließlich einen ganz interessanten „supernatural twist“, indem Mary den letzten Tag ihres Lebens wieder und wieder durchleben muss, und zwar jeweils aus der Perspektive von Personen, die ihr nahestanden. Dabei muss sie nicht nur feststellen, dass sie bei Weitem nicht so beliebt war, wie sie dachte, sie muss auch schmerzlich erkennen, dass jeder ihrer vermeintlichen Freunde ganz eigene Gründe hatte, sie zu hassen. Während Mary noch herauszufinden versucht, wer für ihren Tod verantwortlich ist, und alles daran setzt, den Ausgang jenes schicksalhaften Tages zu ändern, überschlägt sich die Handlung gegen Ende regelrecht, um dann allerdings in einem etwas weichgespülten Epilog zu enden…

Bei aller Spannung ist der Thriller stilistisch leider kein Renner, aber vielleicht liegt das an der Übersetzung… (Mir hat sich z.B. absolut nicht erschlossen, warum um alles in der Welt bestimmte Textstellen in Klammern wiederholt werden?) Hinzu kommt, dass Mary eine ziemlich unsympathische Protagonistin ist – was beabsichtigt sein mag, doch das tröstet nicht darüber hinweg, dass ihre Persönlichkeit auf mich weder glaubhaft noch konsistent gewirkt hat und *Vorsicht, Spoiler* mich daher auch ihre letztendliche Läuterung nicht so recht überzeugt hat… Erwartungsgemäß sind auch die übrigen Charaktere mehr oder weniger stereotyp: die beste Freundin, der Mary den Freund ausgespannt hat; der pummelige Freund, den sie bei Schulproblemen ausnutzt; der gutaussehende aber nichtsnutzige Lover… Sie alle verbindet der Wunsch nach Rache und dabei legen sie eine solch kalte Gleichgültigkeit an den Tag, dass es einem schon mal kalt den Rücken runter laufen kann. Mehr als einmal habe ich mich aber gefragt, ob Marys „Vergehen“ die angedachte „Strafe“ wirklich rechtfertigen …

~ Fazit ~

Wenn man sich an einem alten ägyptischen Fluch als supernatural twist nicht stört, ist die Prämisse durchaus interessant. Leider hapert es an der Umsetzung – dadurch ist „Seven Souls“ kein schlechtes Buches aber auch nicht überragend.   

Titel: Seven Souls – Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen
Autoren: Barnabas Miller & Jordan Orlando
Originaltitel: Seven Souls
Gebunde Ausgabe: 411 Seiten
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401064482

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