~ No Ordinary Love Song ~

„No Ordinary Love Song“ war eigentlich berufliche Lektüre, deshalb gibt es an dieser Stelle nur ein kurzes Resümee (ohne Sternchen). Alison Prince erzählt in ihrem Jugendroman davon, wie ein einziger Sommer alles verändern kann. Cal, der Protagonist, ist gerade in seiner rebellischen Phase, hält die Schule für sinnlos und die Menschheit für eine Krankheit. Doch dann verliebt er sich in Kerry, die neu in seine Klasse kommt, und im Laufe der Sommerferien werden die beiden ein Paar. Am Ende des Sommers muss Kerry jedoch feststellen, dass sie schwanger ist und plötzlich stehen sie und Cal vor ganz anderen Entscheidungen als nur der, welchen Beruf sie nach der Schule wählen sollen…

Cal ist trotz seiner ansatzweisen Misanthropie erstaunlich sympathisch, auch Kerry und die übrigen Charaktere sind ganz nett und in ihren Handlungen weitgehend überzeugend – echte Persönlichkeiten sucht man allerdings vergebens. Auch stilistisch ist der Roman eher bodenständig aber das ist in Anbetracht der Altersangabe 12+ wohl kein Wunder. (Natürlich sollte man Jugendbücher möglichst aus der Perspektive der Zielgruppe beurteilen bzw. es zumindest versuchen aber so ganz kann man den kritischen Lektoren-Blick dann eben doch nicht abstellen…)

Stellenweise wird zudem aus der Perspektive von Cals Mutter Elaine erzählt, die mit ihrem Leben und ihrer Ehe latent unzufrieden ist und sich daraufhin einem attraktiven Patienten zuwendet, während Cals Vater – es lebe das Klischee – eine Affäre mit seiner Sekretärin anfängt… Diesen für meinen Geschmack recht unmotiviert wirkenden Perspektivwechsel hätte es nicht gebraucht. Vielleicht dient er dazu, der an sich ja nur bedingt originellen Geschichte eine weitere Dimension zu verleihen? Ich jedenfalls hätte auf die Ehekrise der Eltern verzichten können und mir dafür etwas mehr Tiefgang in der Geschichte von Cal und Kerry gewünscht.

Leider bleibt das Ende der Geschichte dann auch noch sehr offen, was ich aus laien-pädagogischer Sicht etwas unglücklich finde, denn dadurch bleiben essenzielle Fragen letztendlich unbeantwortet, z.B.: Wird Cal wirklich erwachsen und kümmert sich tatsächlich um Kerry und das Kind? Denn wirklich „ernst“ wird es ja nach der Geburt. Zu sagen, man ist gewillt, sich den Herausforderungen der Elternschaft zu stellen, ist das eine aber tatsächlich Verantwortung zu übernehmen nochmal eine ganze andere Geschichte…

~ Fazit ~

Ein solider Jugendroman, der sich einem wichtigen Thema zwar durchaus auf Augenhöhe mit der Zielgruppe widmet, insgesamt für mich aber nicht herausragend ist in der Flut ähnlich gearteter Titel.

Titel: No Ordinary Love Song

Autorin: Alison Prince

Taschenbuch: 256 Seiten

Verlag: Walker Books

ISBN: 978-1-406306637

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