Die Literatur lässt mich nicht los…

Nachdem es hier eine ganze Weile ziemlich, ziemlich still gewesen ist, kribbelt es mir nach der letzten, an Literaturveranstaltungen reichen Woche, bei der Erinnerung an die Leipziger Buchmesse und nicht zuletzt beim Blick auf die jüngsten Neuzugänge für meinen SUB (4 Bücher für 10 € – wie soll man da widerstehen können, das ist ja fast geschenkt!) doch wieder in den Fingern. Deshalb wage ich nun also einen Versuch, meinen kleinen aber feinen Literaturblog wiederzubeleben.

Ganz chronologisch wird es allerdings nicht vonstattengehen, denn die Sichtung der diversen Literaturzeitschriften und -beilagen, die ich aus Leipzig mitgebracht habe und von denen ich mir jede Menge spannende Lektüretipps verspreche, wird wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen… Damit mein erster Artikel nach so langer Zeit aber nicht allzu kurz und hingeschludert daherkommt, lasse ich euch noch eben an den oben erwähnten literarischen Highlights dieser Woche teilhaben:

Montag war Lesekreis-Tag. Zur Diskussion stand dieses Mal „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt, ein geschickt komponierter Kriminalroman über den alten, todkranken Inspektor Bärlach und seinen Gegenspieler, den Verbrecher Gastmann, den er bereits seit 40 Jahren jagt. Der Plan, den Bärlach schließlich ersinnt, um Gastmann endlich zu überführen, ist ebenso perfide wie zynisch – und hat dieses Buch für mich zu einer spannenden und zugleich hintergründigen Lektüre gemacht.

Am Dienstag hat bei der 8. Pilotenlesung im Nochtspeicher zunächst Katharina Adler das erste Mal aus ihrem gerade entstehenden Roman „Die berühmte Patientin, der ungebetene Biograph, der Außenminister, der Präsident und ich“ gelesen – und was man daraus gehört hat, macht definitiv Lust auf mehr. Das gleich gilt auch für den Roman „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić, Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2014, über den ich im Rahmen der Buchmesse schon viel gelesen und gehört habe. Und da mich diese Lesung höchstens noch mehr davon überzeugt hat, dass ich dieses Buch auf jeden Fall lesen möchte, musste ich es mir natürlich auch gleich noch vor Ort kaufen…

Der Mittwochabend stand schließlich im Zeichen der langen Nacht der ZEIT, die anlässlich der Premiere eines achtseitigen Hamburg-Teils zu zahlreichen, hochkarätigen (und obendrein noch kostenlosen) Veranstaltungen eingeladen hat. Es überrascht vermutlich nicht wirklich, dass ich mir aus dem bunten Angebot ausgerechnet das „Literarische Quartett“ ausgesucht habe🙂 Nicht im ZDF, sondern auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele hat dabei Iris Radisch, Ressortleiterin Feuilleton, gemeinsam mit den ZEIT-Redakteuren Ulrich Greiner und Ijoma Mangold sowie dem Leiter des Literaturhauses Hamburg, Rainer Moritz, über literarische Neuerscheinungen diskutiert. Gesprochen und mitunter auch heftig debattiert wurde über „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić (passenderweise), „Das Blutbuchenfest“ von Martin Mosebach, „Glücklich die Glücklichen“ von Yasmina Reza und „Tagerbücher 2002 – 2012“ von Fritz J. Raddatz. Da ich kein großer Sachbuch- und Biographien-Fan bin, lasse ich den letzten Titel mal außen vor. Von „Vor dem Fest“ werde ich mir auf jeden Fall selbst ein Bild machen und mit Yasmina Reza liebäugele ich spätestens seit ich die Verfilmung von „Der Gott des Gemetzels“ gesehen habe (mit einem großartigen Christoph Waltz!)… Einzig bei Herrn Mosebach bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich zu diesem Titel greifen werde, denn sein Werk scheint Geschmackssache zu sein – und ich fürchte, mir würden doch so einige Titel einfallen, die mich spontan mehr ansprechen.

Das bringt uns auch schon zum letzten Punkt dieses Beitrags – der steigenden und mittlerweile auch statisch bedenklichen Höhe meines SUBs. Langsam aber sicher frage ich mich, ob es gegen zwanghafte Buchneukäufe auch etwas von Ratiopharm gibt… Aber nun ist das Kind eben in den Brunnen aus Papier und Druckerschwärze gefallen und ich muss zugeben, ich bin schon ziemlich gespannt auf die Lektüre dieser Titel:

SUB-Neuzugänge

„Alice“ von Judith Hermann hatte ich bereits mehrfach in der Hand – dieses Mal musste ich einfach zugreifen. „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera steht immer mal wieder als potentieller Lesekreis-Titel zur Debatte (und klingt davon abgesehen auch vielversprechend). Von Roger Willemsen und Clemens Meyer habe ich bisher noch nichts gelesen aber schließlich freue ich mich immer über literarische Neuentdeckungen (und außerdem lebt Clemens Meyer in Leipzig, meiner alten Heimat😉

Zunächst einmal muss ich aber noch „The Particular Sadness of Lemon Cake“ ergründen – und wer weiß, vielleicht gibt es ja hier dann sogar bald mal wieder eine Rezension…

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Dies und das, Lesekreis

Eine Antwort zu “Die Literatur lässt mich nicht los…

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