Stammtischgeflüster #3

Der letzte Beitrag dieser noch ganz frischen Rubrik liegt schon wieder ein Weilchen zurück – dabei kann von einem Sommerloch in meinem literarischen Terminkalender keine Rede sein. Nach inzwischen zwei Bücherstammtischen und zwei Lesekreistreffen bin ich vielmehr wieder um einige Buchtipps und Leseeindrücke reicher, die ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte.

Amélie Nothomb  |  Winterreise  |  Roman, Taschenbuch, 128 Seiten | € (D) 8.90 / sFr 12.90* / € (A) 9.20Beim Bücherstammtisch im Juni fielen mit Amélie Nothomb und Haruki Murakami zwei Namen, die ich nicht zum ersten Mal gehört habe – und denen außerdem gemeinsam ist, dass ich mir zu beiden gern bald ein eigenes Urteil bilden möchte. Auf Amélie Nothomb und ihren Roman „Blaubart“ bin ich vor geraumer Zeit schon durch eine Besprechung der Bücherphilosphin aufmerksam geworden. Leider hat sie ihren Blog offenbar eingestellt hat, sodass ich eine Verlinkung schuldig bleibe😦 Da hilft wohl nur selber lesen – entweder den „Blaubart“ oder „Winterreise„… Das gleich gilt für Murakami, von dem ich inzwischen so viel gehört habe, dass es im Grunde nur noch eine Frage zu beantworten gilt: Mit welchem seiner Bücher fange ich an? Vielleicht mit „Naokos Lächeln„, das beim Bücherstammtisch vorgestellt wurde – wobei weitere Vorschläge ebenfalls herzlich willkommen sind. Neben diesen beiden Autoren kreiste das Gespräch u.a. auch um einen ‚alten Bekannten‘, nämlich um Daniel Kehlmann, von dem ich bereits „Ruhm“ und „Die Vermessung der Welt“ gelesen habe. Von „F„, seinem letzten Roman, hatte ich bis dahin noch nicht wirklich viel mitbekommen, könnte aber durchaus einen zweiten Blick wert sein. Naokos LächelnEbenso wie das Buch „Schmidt liest Proust“ von Jochen Schmidt, der sich mit zwanzig Seiten pro Tag systematisch Prousts Magnum Opus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ vorgenommen und seine Lektüreerfahrungen mit dem eigenen Leben abgeglichen hat. Ein spannendes Experimente – umso mehr, da es leider ziemlich fraglich ist, ob ich mich jemals selbst an Proust heranwagen werde…

LeaBeim gestrigen Bücherstammtisch ging es – dem Wetter entsprechend – u.a. um die ideale Sommerlektüre aber auch um zeitgenössische deutsche Autoren. So aus dem Stegreif ist mir dazu z.B. Bernhard Schlink eingefallen, vermutlich, weil ich von ihm gerade „Das Wochenende“ gelesen habe – Herr Schlink wurde allerdings als zu historisch abgetan. Nun gut, kann ich nachvollziehen. Auch zu Julia Franck, deren „Mittagsfrau“ mich persönlich nachhaltig beeindruckt hat, war die Runde am Tisch gespaltener Meinung. Darüber hinaus habe ich noch Daniela Krien, Walter Moers und Peter Stamm ins Rennen geschickt, wobei mir bei letzterem eben einfällt, dass er eigentlich Schweizer ist, ups… Umgekehrt wurde mir ein anderer Schweizer Autor ans Herz gelegt, mit dem ich hin und wieder schon geliebäugelt habe, nämlich Peter Bieri – besser bekannt als Pascal Mercier, Autor von „Nachtzug nach Lissabon“ und „Lea„. Darüber hinaus wurde „Ein geschenkter Tag“ von Anna Gavalda als wunderbare Sommerlektüre angepriesen sowie das Œuvre von Isabel Allende. Auch auf die Romane des im Frühjahr leider verstorbenen Gabriel Garcia Márquez, um den es ebenfalls ging, habe ich schon sehr, sehr lange ein Augen geworfen – besonders der klangvolle Titel „Hundert Jahre Einsamkeit“ hat es mir angetan. Chronik eines angekündigten TodesFür den Anfang tut es aber vielleicht auch die deutlich schmalere „Chronik eines angekündigten Todes„. Und während mich „Schutzengel“ aufgrund seines spirituellen Charakters eher abschreckt, könnte „Elf Minuten“  tatsächlich mal wieder ein Paulo Coelho nach meinem Geschmack sein. Unabhängig davon freue ich mich aber auch über weitere Vorschläge – unter ‚Kommentare‘ ist noch jede Menge Platz für Sommerlektüre ebenso wie für zeitgenössische deutsche Autoren!

Zumal ich ein für den Sommer geplantes, ebenfalls vom Bücherstammtisch inspiriertes Lektüre-Großprojekt zwischenzeitlich leider erst mal verschieben musste, da die Ausleihfrist für „Die Nacht der Erinnerungen“ abgelaufen ist – aufgeschoben ist in diesem Fall aber definitiv nicht aufgehoben. Und ich bin alles andere als traurig, dass ich „Spieltrieb“ von Juli Zeh als Lesekreis-Lektüre den Vorzug gegeben habe – mein Eindruck dazu spricht für sich, denke ich. Eine kurze Besprechung zum zweiten Lesekreis-Titel „Am Hang“ von Markus Werner – eine Empfehlung, die ich wiederum vom Bücherstammtisch mitgenommen habe (so schließt sich der Kreis ; ) – folgt in Kürze. Und auf die Diskussion zu unserer aktuellen Lektüre „Bonjour tristesse“ von Françoise Sagan freue ich mich schon jetzt, auch und v.a. weil wir uns dafür stilecht ein Plätzchen im Café Paris gesichert haben🙂

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