Frankfurter Buchmesse 2014

Da die diesjährige Frankfurter Buchmesse mich in Form der obligatorischen Messe-Erkältung noch durch die Woche und in dieses Wochenende hinein begleitet hat, kommt er etwas später, mein kleiner Rückblick – aber besser spät als nie. Allerdings wird er wohl bestenfalls auch nur halb so spannend ausfallen, wie bei vielen anderen Bloggern, da ich – bedingt durch Standdienst – leider nur sehr wenig Zeit hatte, mich umzuschauen, und quasi gar keine Zeit für Lesungen, Diskussionen o.ä.😦 In den zwei, drei Stunden, die ich am Samstag und Sonntag abknapsen konnte, hat es mich auf der Suche nach potenziellen Kandidaten für meine Leseliste dann v.a. zu den Ständen der Belletristik-Verlage gezogen. Dort gab es erwartungsgemäß eine solche Flut interessanter Titel zu entdecken, dass ich an dieser Stelle nur einige herauspicken kann und möchte, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind…

Neugierig bin ich z.B. auf den diesjährigen Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano, dessen Namen ich zuvor zugegebenermaßen noch nie gehört habe. Ich glaube aber, für seinen 2012 bei Hanser erschienenen Roman „Im Café der verlorenen Jugend“ könnte ich mich durchaus erwärmen. Bei C.H. Beck hat mich „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr allein schon des Titels wegen angesprochen. Wobei ich diese Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg über zwei Jugendliche, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen, wohl eher im Original lesen würde. „Hanna und Sebastian„, das ebenfalls bei C.H. Beck erschienene literarische Debüt von Thomas Klugkist, verspricht dagegen eine außergewöhnliche moderne Liebesgeschichte in Briefen, Mails und SMS. Das hatte ich seit Daniel Glattauer nicht mehr – könnte man mal wieder auf einen Versuch ankommen lassen🙂

An den ganz unterschiedlich gestalteten Ständen, wo allein schon das Schauen und Staunen ein Vergnügen ist, trifft man natürlich auch auf bekannte Titel. Über Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler (Hanser Berlin) und „Der Besuch“ von Hila Blum (Berlin Verlag) habe ich beispielsweise an anderer Stelle schon gelesen – was mich nicht davon abgehalten hat, mir beide Bücher auf der Messe mal etwas näher anzuschauen. Nicht zum ersten und vermutlich nicht zum letzten Mal hatte ich bei der Frankfurter Verlagsanstalt außerdem Die Liebe in groben Zügen“ von Bodo Kirchhoff in der Hand. Spannende Neuerscheinungen gab es allerdings nicht nur in den Hallen zu entdecken. Bei einem kurzen Abstecher an die frische Luft haben mich gleich mehrere plakatierte Shuttle-Busse auf Paulo Coelhos neuen Roman „Untreue“ aufmerksam gemacht – quasi eine Versuchung auf Rändern! Und fast so obligatorisch wie die Messe-Erkältung ist die Literaturbeilage der ZEIT, von der ich mir auch nach der Messe noch so manchen interessanten Buchtipp verspreche. Wie gut, dass bald Winter ist…

Falls sich der/die eine oder andere jetzt fragt: Hat sie etwa wirklich nur geschaut und gar nichts gekauft?! Natürlich nicht! Da ich, wie die Grafik in der rechten Seitenleiste verrät, ‚was mit Büchern‘ mache, hieß mein persönliches Zauberwort auf der Messe vielmehr „Kollegenrabatt“ – und ich hätte mich totkaufen können. Dass es dann doch bei bescheidenen zwei Büchern geblieben ist, liegt v.a. daran, dass ich mir für den Bücherkauf gern Zeit nehme. Den Klappentext lese, vielleicht auch die ersten paar Seiten, um ein Gefühl für den Stil zu bekommen – leider hatte ich dafür auf der Messe aber einfach nicht die nötige Ruhe. Was einerseits schade war, mich andererseits aber auch vor ausufernden Hamsterkäufen bewahrt hat, die dann schlimmstenfalls noch meinen Koffer zum Platzen gebracht hätten. Letzten Endes sind also nur „Mitternachtsweg“ von Benjamin Lebert (Hoffmann und Campe) und „Das Erwachen der Señorita Prim“ von Natalia Sanmartín Fenollera (Thiele Verlag) in den wunderbaren Mumins-Beutel gewandert, den ich ebenfalls ergattert habe.'Beute' aus Frankfurt

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es leider auch nicht zum Finnland-Pavillon geschafft habe – und das, wo ich spätestens seitdem ich „Wahr“ von Riikka Pulkkinen gelesen habe, wirklich neugierig auf die finnische Literatur bin. Zum Glück gibt es bei der Klappentexterin  ein großartiges Finnland-Literatur-Spezial mit jeder Menge vielversprechender Literaturtipps. Erwähnung findet dort u.a. „Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ von Selja Ahava – das hätte ich auch liebend gern noch meinem Mumins-Beutel einverleibt, wollte die Kollegen vom mareverlag dann aber doch nicht mehr bei ihrem wohlverdienten Messe-Abschluss-Sekt stören.

Jede Menge schöne Bilder und einen spannenden Bericht findet ihr außerdem bei Mara auf Buzzaldrins Bücher. Und auch bei masuko, der Bibliophilin, glasperlenspiel13 , Literaturen, Lust zu Lesen und vielen anderen kann man noch ein wenig in Erinnerungen an die Messe schwelgen – viel Spaß dabei! Für mich war Frankfurt anstrengend aber gut, wenn auch leider zu kurz bzw. zu beruflich. Allerdings hat mir dieser berufliche Kontext immerhin mein persönliches Messe-Highlight beschert – ein Abendessen mit dem sehr sympathischen „Lindbergh„-Illustrator Torben Kuhlmann, der uns dann sogar noch zur Party der Independents ins Frankfurter Literaturhaus begleitet hat. Etwas desillusionierend war zwar die Auskunft, dass die Bücher in den Regalen auf der Empore des Lesekabinetts angeblich gar nicht echt seien und im Grund nur das Reinigungspersonal dort hinaufkommt, um hin und wieder abzustauben (dabei hatten wir schon die verwegensten Pläne geschmiedet, um an die Regale zu kommen…) – davon abgesehen war es aber ein wunderbarer und sehr lustiger Abend!

6 Kommentare

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6 Antworten zu “Frankfurter Buchmesse 2014

  1. „Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ kann ich wirklich nur empfehlen und hat mir auch viel Lust auf finnische Literatur gemacht.

  2. buecherliebhaberin

    Oh wie schön, dass du die Fenollera mitgenommen hast. Das war mein Highlight Anfang des Jahres. Wunderschön!! Sie selbst ist auch eine ganz wunderbare Frau.
    http://buecherliebhaberin.wordpress.com/?s=Fenollera

    Liebe Grüße von der Bücherliebhaberin

    • Liebe Bücherliebhaberin,
      deine Rezension klingt ganz wunderbar und macht gleich noch mehr Lust auf das Buch – ich freue mich jetzt schon auf die Lektüre.
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Claudia

  3. Ich muss es leider auch gestehen – bis zum Finnland-Pavillon habe auch ich es nicht geschafft…
    Aber ich habe daraus gelernt – und für das nächste Jahr habe ich überall, wo es nötig ist, schon „Sonderbedarf“ angekündigt!😄

    Leselustige Grüße – und vielen Dank fürs Verlinken!

    • Es tröstet mich zugegebenermaßen schon ein bisschen, dass ich nicht die einzige bin, der es so ging🙂
      Nächstes Jahr brauche ich definitiv mind. einen Tag privat in Frankfurt. Und bis dahin kann man sich ja noch auf Leipzig freuen.
      Liebe Grüße und gern geschehen🙂

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