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Montagsfrage #11

MontagsfrageHeute dreht sich die Montagsfrage, wie immer gestellt von Nina auf Libromanie, mal nicht um Bücher im engeren Sinne, sondern um die Produktwelten, die immer häufiger begleitend zu erfolgreichen Titeln oder Reihen geschaffen werden: Was haltet ihr von Merchandise-Artikeln zu Büchern?

Und was soll ich sagen: Ich liebe meine Mockingjay-Brosche und auch mit „dem einen Ring“ oder den anderen Schmuckstücken aus „Herr der Ringe“ habe ich lange geliebäugelt (und tue es immer mal wieder)… Generell, würde ich sagen, bin ich aber kein Merchandise-addict. Auf Bettwäsche, Notizbücher oder T-Shirts kann ich gut verzichten – habe allerdings auch kein Problem mit Leuten, denen es Freude macht, sich mit solchen Produkten zu umgeben und ihrer Begeisterung für ein Buch damit Ausdruck zu verleihen 🙂

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Montagsfrage #3

MontagsfrageEs ist zwar schon spät – aber Zeit für die Montagsfrage, wie immer gestellt von Nina auf Libromanie, muss noch sein. Quasi als Betthupferl oder aber auch als Überbrückung bis zur nächsten Rezension… Und die heutige Montagsfrage lautet: Autor oder Autorin? Von wem lest ihr mehr Bücher?

Eine spannende Frage, denn um ehrlich zu sein habe ich bis dato nie wirklich darauf geachtet, ob ich tendenziell mehr Bücher von Autorinnen oder Autoren lese, geschweige denn meine Lektüren gezielt nach dem Geschlecht des Verfassers ausgewählt. Ein quantitativer Blick in mein Bücherregal und mein Büchertagebuch zeigt allerdings, dass ich offenbar einen leichten Hang zu männlichen Romanciers habe: Die Titel, die ich im Laufe dieses und des letzten Jahres gelesen habe, stammen zu ca. 60% aus der Feder von Autoren und zu ca. 40% aus weiblicher Feder. Wenn ich so darüber nachdenke, ist tatsächlich auch ein großer Teil meiner Lieblingsautoren männlich… Nichtsdestotrotz werde ich auch in Zukunft dabei bleiben, Bücher, die ich lesen möchte, einfach nach ihrem Inhalt auszuwählen und nicht nach Geschlecht, Alter, Haarfarbe o.ä. des Autors 😉

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Stammtischgeflüster #2

Die Nummerierung des Beitrags lässt es vielleicht schon vermuten: Ich spiele mit dem Gedanken, zumindest einen Teil der Eindrücke und Anregungen, die ich vom Bücherstammtisch jeweils mit nach Hause nehme, hier in Form einer kleinen Beitragsreihe festzuhalten. Und weil es so schön ist und thematisch gut passt, wird sich darunter vermutlich auch die eine oder andere Lesekreis-Anekdote mischen. Aller Voraussicht nach werden die Beiträge dieser Reihe aber wohl eher fragmentarischen Charakter haben, was einerseits daran liegt, dass ich nicht vor habe, feste Protokollantin des Bücherstammtischs zu werden. (Nein danke, mir reicht es schon, wenn  ich auf Arbeit Protokolle schreiben muss 😦 ) Andererseits lässt mir das eklatante Missverhältnis zwischen meiner Lebenszeit und der Anzahl potenziell interessanter Bücher schlicht keine andere Wahl als zu selektieren.

Nun reicht es aber auch erst mal mit dem Vorgeplänkel. Wobei es gerade in Hinblick auf den gestrigen Bücherstammtisch durchaus seine Berechtigung hat. Denn dieser lässt sich aufgrund des breiten Themenspektrums und der schieren Vielzahl an Buchtiteln, die durch den Raum geflogen sind, nicht wirklich kompakt zusammenfassen: von E.L. James und Konsorten über die historisch angehauchte Sturmzeit-Trilogie von Charlotte Link, Romane von Barbara Erskine und die Wonnen guter Recherche bis hin zu Freud und Leid von Buchverfilmungen, worüber u.a. anhand von „Die Bücherdiebin„, „Eat, Pray, Love“ und Doris Dörrie diskutiert wurde… (Und das ist nur ein Bruchteil der Themen!) An dieser Stelle musste ich dann auch noch schnell die Verfilmung von „The Fault In Our Stars“ einwerfen, die dieses Jahr ins Kino kommt und auf die ich persönlich sehr gespannt bin, weil mich das Buch wirklich berührt hat.

Drei Titel sind mir aus diesem bunten Bücher- und Hörbuchpotpourri allerdings besonders im Gedächtnis geblieben bzw. haben sie zielstrebig ihren Weg in mein Notizbuch gefunden und damit im Grunde auch auf meine to-read-Liste. (Und da es schließlich mein Blog ist, behalte ich mir ganz einfach vor, diese Titel hier entsprechend hervorzustellen 😉 ) „Das Museum der Unschuld“ von Orhan Pamuk ist auch schon in der Peripherie unseres Lesekreises aufgetaucht, im Rahmen eines Buchwichtelns und – wenn ich mich nicht irre – inspiriert von Kristin, die wiederum Teilnehmerin des Bücherstammtischs ist. Kristin war es auch, die mir gestern „Am Hang“ von Markus Werner schmackhaft gemacht, die Geschichte einer nur scheinbar zufälligen Begegnung zweier grundverschiedener Männer. Und falls mir der Sinn demnächst mal wieder nach Unterhaltungsliteratur steht, könnte ich gut und gern zu „Du und ich und all die Jahre“ von Amy Silver greifen, wobei ich diesen Titel dann wohl eher im Original lesen würde.

Vorerst bin ich allerdings ganz gut beschäftigt mit dem nächsten Lesekreis-Titel: „Spieltrieb“ von Juli Zeh. Eigentlich hatte ich für den Mai ja ein anderes literarisches „Großprojekt“ vorgesehen – eine Empfehlung, die ich vom letzten Bücherstammtisch mitgenommen habe: „Die Nacht der Erinnerungen“ von Antonio Muñoz Molina. Ich gebe aber gern zu, dass meine Enttäuschung darüber, dieses Leseprojekt aufschieben zu müssen, nur von kurzer Dauer war. Denn tatsächlich wollte ich schon seit Längerem mal etwas von Juli Zeh lesen und „Spieltrieb“ hat mich inhaltlich ebenso wie sprachlich innerhalb weniger Seiten sehr für sich eingenommen.

Und der Spanier wird mir schon nicht weglaufen… 😉

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Montagsfrage #2

MontagsfrageDie heutige Montagsfrage, gestellt von Nina auf Libromanie, lautet: Welche fünf Bücher stehen ganz oben auf deiner Wunschliste? Und sie ist gar nicht mal so leicht zu beantworten diese Frage, da meine Wunschliste nicht gerade kurz ist und ich für gewöhnlich nicht priorisiere, sondern Buchtipps und -inspirationen sammle wie andere Leute Steine oder Münzen… Um aus der Montagsfrage aber keine Staatsaffäre zu machen, habe ich mich jetzt einfach mal für die folgenden Titel entschieden:

William Faulkner – As I Lay Dying

Katharina Hagena – Vom Schlafen und Verschwinden

Angelika Klüssendorf – Das Mädchen

Patrick Ness – More Than This

Arezu Weitholz – Wenn die Nacht am stillsten ist

(Und auch diese Aufzählung stellt keine Priorisierung dar, sondern folgt ganz diplomatisch dem Alphabet 🙂 )

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Montagsfrage #1

MontagsfrageWie aufregend – heute beantworte ich meine erste Montagsfrage, gestellt von Libromanie! Und die Frage lautet: Welches Buch/welche Bücher hast du über die Ostertage gelesen?

Da ich dieses Jahr sehr entspannte Ostertage mit viel Zeit für mich hatte, habe ich zunächst „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann weggeschmökert. Gestern habe ich dann – nach einer langen und intensiven Auseinandersetzung mit meinem SUB – mit „Kleine Lichter“ von Roger Willemsen begonnen.

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Stammtischgeschichten…

Was nützt einem das beste Buch, wenn man mit niemandem darüber sprechen und die Begeisterung dafür teilen kann? Okay, man kann immer noch (hier) darüber schreiben und wenn man Glück hat, kriegt man dazu auch mal ein Feedback aber ein echtes Gespräch ersetzt das zugegebenermaßen nicht. Zum Glück habe ich meinen Lesekreis, der mir mindestens einmal im Monat die Möglichkeit gibt, mich – mal mehr, mal weniger ausführlich – mit meinen Mitstreiterinnen über ein vorher festgelegtes Buch auszutauschen. Aber da mein Mitteilungsbedürfnis über Literatur keine Grenzen kennt, bin ich damit schlicht nicht ausgelastet… 🙂

Wie gut, dass mich eine Freundin letztes Jahr über Facebook auf eine weitere literarische… na, nennen wir es mal… Veranstaltungsreihe hier in Hamburg aufmerksam gemacht hat – einen Bücherstammtisch! Diese Veranstaltung unterscheidet sich nicht nur dem Namen nach vom Lesekreis, sie folgt auch einem anderen Prinzip und ergänzt damit meinen literarischen Kosmos nahezu perfekt: Hier trifft man sich mit Gleichgesinnten, um über Bücher zu diskutieren, die man gelesen hat, die man gern lesen möchte oder die man als Tipp mitnimmt. (Natürlich kommen dabei auch die Themen des „normalen Lebens“ nicht zu kurz.)

Letzten Donnerstag war es wieder soweit und neben einer Möglichkeit, mich noch einmal in größerer Runde über meine letzte Lektüre („The Particular Sadness of Lemon Cake„) zu echauffieren und von „Vor dem Fest“ (Rezension folgt) zu schwärmen, habe ich vor allem eins mitgenommen – jede Menge spannende neue Buchtipps, z.B. „Das Gleichgewicht der Welt“ von Rohinton Mistry oder „The Kite Runner“ und „A Thousand Splendid Suns“ von Khaled Hosseini. Von letzterem habe ich zwar schon oft gehört und gelesen, ihn aus irgendeinem Grund aber nie wirklich für meine to-read-Liste in Betracht gezogen. Nach der begeisterten Fürsprache beim Stammtisch bekommt er nun vielleicht doch eine Chance. Besonders gespannt bin ich allerdings auf „Die Nacht der Erinnerungen“ von Antonio Muñoz Molina, ein recht umfangreicher Gesellschafts- und Zeitroman, auf den ich letztes Jahr schon einmal aufmerksam geworden bin, leider war die entsprechende Lesung dann aber bereits ausverkauft.

Zunächst einmal muss ich allerdings noch fürs nächste Lesekreis-Treffen „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann lesen… Ja, meine Begeisterung darüber hält sich in Grenzen. Obwohl mir „Ruhm“ gut gefallen hat, hätte ich aus eigenem Antrieb wohl nicht unbedingt zu diesem Titel gegriffen aber das ist ja das Schöne am Lesekreis: Er zwingt mich, auch mal über meinen persönlichen literarischen Tellerrand hinauszulesen 😉 Wer weiß, vielleicht überrascht mich „Die Vermessung der Welt“ ja positiv und wenn nicht, habe ich immer noch die Rezension zu „Vor dem Fest“, auf die ich mich freuen kann. Und eine etwas ältere Dystopie, auf die ich über einen Facebook-Post zur geplanten Verfilmung aufmerksam geworden bin: „The Giver“ von Lois Lowry. Und meine Buchschnäppchen vom vorletzten Wochenende. Und, und, und…

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~ The Book Thief ~

„When she came to write her story, she would wonder exactly when the books and the words started not just to mean something, but everything.

Meine Güte, das neue Jahr ist noch nicht einmal zwei Monate alt und schon gibt es den ersten Kandidaten für mein Buch 2012. Und in Anbetracht der Tatsache, dass ich gerade der deutschen Geschichte bisher nie wirklich viel abgewinnen konnte, ist es umso erstaunlicher, dass es sich dabei – wie bei meinem Buch 2011 „Adams Erbe“ – wieder um einen Roman handelt, der ausgerechnet vor dem Hintergrund des düstersten Kapitels eben dieser Geschichte spielt. (Und wieder hat die Rezension ihre Zeit gebraucht…) Die titelgebende Bücherdiebin ist Liesel, ein 9jähriges Mädchen, das im Januar 1939 in das kleine bayrische Dorf Molching zu einer Pflegefamilie kommt. Und wenn zunächst auch noch Liesels weitgehend unbeschwerter Alltag in der Himmelstraße, ihrem neuem Zuhause, im Mittelpunkt der Handlung steht, so wird die bedrohliche Allgegenwärtigkeit des Krieges im Laufe des Buches immer deutlicher, bis die ersten Bombenangriffe schließlich auch Molching erschüttern.

Passenderweise ist der Roman in mehrere Komplexe gegliedert, benannt nach den Büchern, die zum jeweiligen Zeitpunkt der Geschichte für Liesel von besonderer Bedeutung sind und die sie mal stiehlt, mal vor der Verbrennung „rettet“ und mal geschenkt bekommt. Doch natürlich sind nicht nur diese Bücher ein zentraler Bestandteil von Liesels Leben, sondern auch die anderen Bewohner der Himmelstraße, die ihr – und auch dem Leser – schnell ans Herz wachsen: ihr Pflegevater Hans Hubermann, ein gutmütiger und großherziger Mensch; ihre Pflegemutter Rosa, die unter einer rauhen Schale ein weiches Herz verbirgt; ihr bester Freund Rudi, ein echter „Saukerl“, auf den sie sich aber stets verlassen kann; und natürlich Max, der Jude, den die Hubermanns in ihrem Keller verstecken und mit dem Liesel bald eine außergewöhnliche Freundschaft verbindet, die ebenso herzerwärmend wie gefährlich ist.

Doch es sind bei Weitem nicht nur die liebenswerten und lebensechten Charaktere, die dieses Buch so besonders machen. Vieles ist bemerkenswert an „The Book Thief“: das Feingefühl, mit dem sich Markus Zusak dieses schwierigen Themas annimmt, die besondere Erzählweise (der Text ist durchsetzt mit kurzen Anmerkungen, die von Wörterbucheinträgen über flapsige Randnotizen bis hin zu schicksalsträchtigen Vor- und Rückblicken reichen) aber ganz besonders angetan hat es mir der Erzähler, den Markus Zusak für seinen Roman gewählt hat (was u.a. daran liegt, dass ich Terry Pratchett und seine Scheibenwelt-Romane liebe, in denen diese „Person“ ebenfalls regelmäßig auftritt). Es ist kein Geringerer als der Tod höchstselbst, der dem Leser von Liesel und ihrem Leben berichtet. Das mag auf den ersten Blick etwas morbide anmuten, doch Zusaks Tod ist kein kaltblütiger Schnitter, sondern ein mitfühlender und tiefsinniger Erzähler, dem Geschichten wie die von Liesel helfen, nicht die Hoffnung in die Menschheit zu verlieren.

Durch den ruhigen und gemäßigten Ton dieses ungewöhnlichen Erzählers und die poetische Sprache des Autors entwickelt der Roman einen ganz eigenen Sog, indem die Handlung zunächst noch recht undramatisch vor sich hin plätschert. Hin und wieder beweist der Tod sogar Humor und entlockt dem Leser damit das ein oder andere Lächeln. Und so muss man manche Stellen zweimal lesen, bevor man das Ausmaß der verschiedenen kleinen und großen Tragödien, die schließlich über die Himmelstraße hereinbrechen, wirklich erfasst. Aber das ist es wert – denn Bücher wie dieses verdienen es, dass man sie aufmerksam liest, bis zum tragischen Ende. Und auch darüber hinaus wirkt diese berührende Geschichte noch lange nach – als sanfte aber bestimmte Mahnung, das Leben zu schätzen, und ja, trotz der Fiktionalität, auch als Erinnerung an eine düstere Vergangenheit, die trotzdem bzw. gerade deswegen nicht in Vergessenheit geraten darf.

~ Fazit ~

Ein bewegendes Buch über Familie, Freundschaft und die Macht der Worte, die Trost und Zuversicht spenden aber auch Hoffnungen und Leben zerstören kann.   

Titel: The Book Thief
Autor: Markus Zusak
Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Black Swan
ISBN: 9780552773898

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